E-Auktion 420

18. - 19. November 2017

                                                         Sammlung Dr. Neussel, Teil II

Teil 2 der Römersammlung Dr. Neussel, bestehend aus gut 1800 Münzen mit Schätzpreisen bis 200 €, wurde im Rahmen einer zweiteiligen E-Auktion versteigert. Zahlreiche Liebhaber haben die Gelegenheit genutzt, um sich aus dem außergewöhnlich breiten Angebot an Raritäten und Varianten Stücke für ihre eigene Sammlung zu sichern. Gewürdigt wurde dabei insbesondere die Tatsache, dass – anders als bei den meisten Online-Auktionen – fast all Lose eine gut dokumentierte, teils auch klangvolle Provenienz besitzen. Besonderes Interesse galt den Münzen aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Ein außergewöhnlich gut ausgeprägter und fein erhaltener Antoninian des Volusian erzielte 460 € (SP 50 €, Losnr. 5656).

Besonders begehrt waren die Antoniniane des Gallienus mit seltenen Büsten oder auch Reversen, von denen viele ihre Schätzpreise vervielfachten, Nr. 5727 (SP 75 €) erreichte gar des Zehnfache.


Ein Probus-Antoninian mit abweichender Averslegende erzielte
550 € (Nr. 5974). Wie immer erzielten außergewöhnliche Qualitäten außergewöhnliche Preise.

Ein nahezu perfekt erhaltener Follis für Constantin als Caesar mit rarer Büste, packender Reverszeichnung und älterer Provenienz erzielte bei einer Schätzung von 100 € ganze 900 € (Nr. 6142).

Gut verkauft wurden auch die Alexandriner, bei deren teilweise extreme Seltenheit preislich gewürdigt wurde (Nr. 6636 für 700 €).

Wer bei der anstrengenden E-Auktion konzentriert blieb, konnte durchaus auch günstig einkaufen. So sind 70 € für einen schmucken Sesterz der Herennia mit alter Provenienz (Nr. 5631) oder 60 € für ein schönes Stück der Otacilia (Nr. 5595) sicher nicht zu teuer bezahlt. Etwa 20 % der Münzen blieben unverkauft und können noch bis Anfang Dezember zum Rufpreis erworben werden.



Auktionen 420/421

1 - 3. November 2017

                               Antike - Mittelalter - Neuzeit - Lots - Literatur
 

Die Versteigerung des ersten Teils der Sammlung Dr. Neussel war ein Erfolg. Bereits das schöne Schwergeld von guter Provenienz hat sich als zugkräftig erwiesen. Hier ragt besonders der Dupondius aus der Slg. Zeno hervor (39), der mit 32.000 € zugeschlagen wurde (SP 25.000 €). Auch die qualitätvollen Republikdenare erzielten gute Preise, so endete die Preishatz auf den Fonteius-Denar mit außergewöhnlich detailreicher Schiffsdarstellung erst bei 1.000 € (SP 250 €). Auch Alexandriner sind nach wie vor begehrt: Die einzigartige Kronos-Drachme fand erst für 5.500 € (SP 2.500 €) zu ihrem neuen Besitzer. Der elfte überhaupt bekannte Postumus-Goldquinar war seinem neuen Besitzer 44.000 € wert (Nr. 478, SP 25.000 €), eine sehr seltene Tetradrachme der Zenobia übertraf ihren Schätzpreis von 1.000 € mit 3.400 € um das gut Dreifache.
Die Kombination aus feiner Qualität und guter Provenienz sorgte auch bei zahlreichen Griechen für starke Preise. So erreichte die hübsche, archaische Eule (1074, SP 5000 €) 9000 € -- ein Preis, bei dem auch das Bietgefecht um eine außergewöhnlich ausdrucksstarke Tetradrachme des Demetrios Poliorketes (1092, SP 5000 €) endete.

Im anschließenden Bereich der neuzeitlichen Münzen und Medaillen des Auslandes und Römisch-Deutschen Reiches brachten u. a. herrliche Medaillen wie die französische Silbermedaille auf den Seesieg vom Cap Béveziers mit einem Zuschlag von 5500,-, sowie eine Medaille 1683 von H. J. Wolrab auf den polnisch-deutschen Entsatz von Wien respektable Preissteigerungen. Im altdeutschen Bereich folgte darauf die erfolgreiche Versteigerung einer kleinen Preußensammlung, aus der besonders ein Prachtexemplar eines Doppeltalers 1870 heiß umkämpft war und einen bemerkenswerten Preis von 6500 € erzielte.
Durchweg bestätigte sich hier der allgemeine Trend, dass Spitzenerhaltungen und herausragende Raritäten wie z. B ein Goldabschlag eines Leininger 6 Kreuzers im Dukatengewicht (13000,-) höchst gesucht bleiben. Der Höhepunkt der Auktion wurde bei den Hessischen Münzen der Slg. Walther erreicht, aus deren vielen Raritäten hier nur das in seiner Erhaltung wohl einmalige Titelstück mit einem Zuschlag von 32000 € (Taxe 10000,-) sowie ein hervorragend erhaltener Dukat 1754 für 25000,- hier exemplarisch erwähnt werden können. Auch die Taler der Sammlung Schwarzburger Münzen waren hoch begehrt und der Kampf um das Schlüsselstück, ein Reichstaler 1687, endete erst bei stolzen 22000 €. Zum Schluss folgten die Reichsmünzen mit großen Raritäten der Bundesrepublik. Ein äußerst seltenes 2 Pfennig-Stück von 1966 aus Karlsruhe, auf kupferplattierter Eisenronde geprägt, erzielte 11500 Euro.
Zum Schluss kamen der zweite Teil der Waagen und Gewichte der Slg. Fischer, Aarau, unter den Hammer. Hier zeigte sich speziell bei den ausländischen Waagen die zunehmende Bedeutung des Live-Bietens über das Internet. .Aus den Verzögerungen durch das Online-Bieten bei der letzten Auktion konnten die richtigen Schlüsse gezogen werden, so dass der Zeitplan nun gut eingehalten werden konnte. Nicht verkaufte Stücke sind ab sofort im Nachverkauf zum Ausruf zu erwerben.

Geeignete Einlieferungen für unsere Auktionen nehmen wir jederzeit gerne entgegen