e-Auktion 12

22. Januar 2022
Online ab 20. Dezember 2021

Antike - Mittelalter - Neuzeit - LOts -  Literatur





Auktion 429

3. - 4. November 2021

Antike - Mittelalter - Neuzeit - LOts -  Literatur

 

Unsere diesjährige Herbstauktion mit einem, wie üblich breitgefächerten Angebot von der Antike bis zum neuzeitlichen Papiergeld, fand wieder reges Interesse. Den Auftakt im Bereich der griechischen Münzen bildete die Sammlung Trinakria. Die sorgsam zusammengetragene und über knapp 30 Jahre bewahrte Kollektion beinhaltete von der Kleinbronze bis zur Tetradrachme Stücke für an sizilischer Numismatik Interessierte mit großem und kleinem Geldbeutel und zeigte erneut, dass besonders Gepräge von herausragender Qualität mit aussagekräftiger Provenienz sowie Kleinmünzen in hübscher Erhaltung gute Preise erbringen. Spitzenreiter waren die signierte Tetradrachme des Eumenes (Nr. 69), die für 17.000 € zugeschlagen wurde, die fast vorzügliche Tetradrachme aus Messana (Nr. 47) kam für 7.000 € unter den Hammer, die hübsche Tetradrachme aus Akragas (Nr. 23) erzielte trotz Einhieb 9.000 €. Bei den Kleinmünzen seien vor allem die seltene Litra aus Motya (Nr. 51) mit einem Zuschlag von 800 € und die nach dem Vorbild der Gepräge des Eukleidas geprägte Litra aus Syrakus (Nr. 68) mit einem Zuschlag von 1.500 € hier hervorgehoben.

Nach wie vor beliebt sind antike Gold- und Elektronprägungen, und zwar von den Kelten bis hin zu den byzantinischen Kaisern. Hierbei sind neben qualitativ hochwertigen Stücken durchaus auch Seltenheiten von Interesse. Der vorzügliche Goldstater von Philipp III. aus Pella (Nr. 111) fand nach einem Zuschlag von 5.000 € einen neuen Besitzer, die äußerst seltene Hekte aus Kyzikos (Nr. 125) brachte 1.150 €, und die unedierte ephesische Hemihekte (Nr. 137) erhielt einen Zuschlag von 900 €. Aus dem Bereich der römischen Münzen ist das Ergebnis des sehr seltenen Aureus mit den Bildnissen von Octavianus und Julius Caesar (Nr. 282) besonders herauszustellen (28.000 €). Abschließend soll der sehr seltene Dicksoldus des byzantinischen Kaisers Constantin IV. (Nr. 391) mit einem Zuschlag 2.400 € nicht unerwähnt bleiben.

Die Münzen und Medaillen der Neuzeit zeigten bereits durch die hohen Vorgebote, dass das allgemein gestiegene Preisniveau auf dem Münzmarkt keine Eintagsfliege ist. Sammler und Händler hatten die hohen Zuschlagspreise der jüngsten Vergangenheit bereits in diesen Geboten berücksichtigt, so dass der Ausruf in den meisten Fällen schon deutlich über der Taxe lag. Auch die Bieter im Internet schienen darauf vorbereitet und nahmen den Kampf um den Zuschlag bereitwillig auf. Neben den durchgängig guten Ergebnissen bei Münzen im niedrigpreisigen Segment – hier seien vor allem die Münzen des europäischen Mittelalters erwähnt, die sämtlich neue fachkundige Besitzer fanden – war vor allem das Angebot chinesischer Münzen sehr umkämpft. Die 20 Cent-Probe in Silber (Los 1017) wurde von 25.000 auf stolze 50.000 € im Ergebnis gesteigert. Gold blieb weiterhin in allen Segmenten gefragt.

Bei den altdeutschen Münzen fielen besonders die Zuschläge der hervorragend erhaltenen Vereinstaler auf. Hier wurden auch z. T. häufigere Typen durchgängig zu mittleren dreistelligen Beträgen zugeschlagen. Besichtiger hatten sich bereits im Vorfeld davon überzeugt, dass die Firma Busso Peus Nachf. weiterhin nicht zu Übertreibungen bei den Erhaltungsangaben neigt. Bei der zentralen Sammlung hessischer Münzen konnte ihre Schätzung um satte 46 % überboten werden.

Der diesmalige Höhepunkt war das Angebot der deutschen Reichsmünzen, wo sich die starke Nachfrage nach Prachtexemplaren wieder einmal bestätigte. Beispielhaft sei hier das Spitzenstück, 5 Mark 1875 des Großherzogtums Hessen (Los 1864) genannt, welches bei 25.000 € Taxe ein Rekordergebnis von 44.000 € erzielte. Sonst sei hier noch, pars pro toto, ein sächsisches 3 Markstück von 1904 erwähnt, das als polierte Platte 2.000 € (bei einer Schätzung von 250 €) erzielte. Diese Liste ließe sich lange fortsetzen.

Danach folgten auch diesmal die günstig getaxten Lots, die im Vorfeld gut besichtigt wurden und heiß umkämpft waren. Abschließend wurde noch eine qualitätvolle numismatische Bibliothek eines erfahrenen Numismatikers von Sammlern und Händlern gleichermaßen warm aufgenommen.

Wir bedanken uns bei allen Einlieferern, die mit ihren attraktiven Sammlungen und Einzelstücken eine schöne und vielseitige Auktion ermöglicht haben. Gleichermaßen bedanken wir uns bei allen Käufern, die im Saal oder von zu Hause dazu beigetragen haben, dass das Gesamtergebnis der Auktion die Schätzung um 40 % übertraf.