Auktion 426

16.-17. Juni 2020

Antike - Mittelalter - Neuzeit - LOts

 

Antike Münzen erfreuen sich in diesen Zeiten besonders starker Nachfrage. Dies betrifft insbesondere außergewöhnliche Stücke von exzellenter Qualität wie den hochklassischen Stater von der Insel Thasos (Nr. 62), der mit 11.000 € (SP 1500) einen neuen Maßstab für diesen Münztyp setzt. Die krotonische Didrachme mit dem Herakliskos Drakonopnigon (Nr. 41) mag die Entwicklung der vergangenen Jahre veranschaulichen: Während das Stück 2017 bei einem Londoner Mitbewerber 930 € erbrachte, wurde es nun für 2.400 € zugeschlagen. Bei den römischen Geprägen war es ein detailreicher Sesterz des Caligula für seine Mutter Agrippina (Nr. 239), der die Kriterien „attraktiv“ und „von alter Provenienz“ erfüllte und den Schätzpreis von 1.500 € mit einem Zuschlag von 3.800 € deutlich überstieg.

Wie im Allgemeinen, zeigte sich auch bei den Weltmünzen, dass die fehlende Möglichkeit im Auktionssaal zu bieten, von den Käufern durch die Abgabe von Vorgeboten großteils kompensiert werden sollte. Der Sammler möchte auch in Coronazeiten die eigene Sammlung wachsen sehen. Allerdings liegt es in der Natur der Sache, dass bei Ferngeboten die Schmerzgrenze des Bieters genau definiert ist und daher die spontanen Entscheidungen, welche die Dynamik des Saalbietens ausmachen, entfallen. Stattdessen waren viele Lose bereits mehrfach beboten, so dass es häufig nur die Frage gab, ob sich die Online-Livebieter gegen die Vorgebote durchsetzen konnten oder wollten. Dadurch konnte der straff kalkulierte Zeitplan wie geplant durchgehalten werden, was aufgrund fehlender Erfahrungswerte so vielleicht nicht erwartet wurde, aber die Internet- und Telefonbieter natürlich gefreut haben dürfte. Bei den ausländischen Münzen wurde das Online-Bieten wie üblich am stärksten genutzt, da viele Münzen ihren Weg in die Heimatländer fanden.

Ostmitteleuropa und Russland bleiben dabei weiterhin besonders populär. Aber auch im Übrigen wurden Raritäten von den Experten in den Heimatländern durchaus als solche erkannt. Das Interesse an ostmitteleuropäischen Münzen zeigte sich natürlich auch bei den Münzen der Habsburgermonarchie mit ihrer bunten Völkervielfalt. Besonders Böhmen und Ungarn aber auch die österreichischen Münzstätten zeigen eine seit Jahren zunehmende Beliebtheit. Ein nicht einmal besonders schönes, dafür aber umso selteneres 5 Dukatenstück 1703 aus Kremnitz brachte bei 5.000 € Taxe einen Zuschlag von 13.000 €. Eine große Silbermedaille auf das 40jährige Regierungsjubiläum Franz Josephs wurde von 300 € auf überraschende 1.600 € gesteigert. Das Titelstück, eine sechseckige Talerklippe des Siebenbürgener Fürsten Michael Apafi wechselte für 28.000 € plus Aufgeld den Besitzer.

Bei den anschließenden Prägungen altdeutscher Länder zeigte sich ein großes Interesse an hochpreisigem Gold und auch die Taler und historischen Medaillen waren durchweg gut vorgeboten, während Kleinmünzen, auch durchaus hübsche und seltene, eher stiefmütterlich behandelt wurden. Höhepunkte der Auktion stellten einerseits eine Serie Brandenburg-preußischer Münzen und Medaillen dar, bei der sämtliche Taler des 17. Jahrhunderts vierstellig zugeschlagen wurden. Eine Silbermedaille 1686 von Schultz auf den Entsatz von Ofen und Hamburg durch den großen Kurfürsten (Los 807) erzielte 15.000 €. Zum anderen wurde eine Serie seltener rheinischer Goldgulden überragend angenommen. Dazu gehörend kam ein Mainzer Dukat 1795 für 17.000 € unter den Hammer. Der Mittwoch begann mit der Versteigerung hochwertiger Münzen des deutschen Kaiserreichs in Gold und Silber. Auch hier waren die meisten Lose bereits vorab hoch beboten, so dass es meist zu wenigen Streitigkeiten mit dem Internet kam. Viel Kunden hatten im Vorfeld von der Möglichkeit der Besichtigung in unseren Geschäftsräumen Gebrauch gemacht, so dass die abschließenden Lots trotz der fehlenden Ansichtsmöglichkeit am Auktionstag gute Preise erzielten.

Für weitere hier eigentlich noch zu nennende Zuschlagspreise, verweisen wir auf die Ende dieser Woche erscheinende Ergebnisliste. Möchten Sie diese bestellen, wenden Sie sich bitte an Frau Patatas unter Tel.: 069-95966225 oder patatas@peus-muenzen.de. Katalogabonnenten erhalten die Liste automatisch.

Unverkaufte Münzen stehen noch 5 Wochen unter www.peus-muenzen.de zum Nachverkauf. Sie können zu 80% der Schätzung zu den üblichen Auktionsbedingungen erworben werden.



Einlieferungen für unsere Auktionen nehmen wir jederzeit gerne entgegen